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Karrieretipps

Anschreiben optional? Wann Sie es trotzdem schreiben sollten

12. Juli 2026 · 6 Min. Lesezeit

← Zurück zu allen Artikeln Ein rotes Siegelwachs drückt auf einen handgeschriebenen Brief neben einem Holzstempel.

Drei Felder ausgefüllt, dann: „Anschreiben (optional)“. Überspringen spart zwanzig Minuten. Schreiben kann wirkungslos sein – oder genau das sein, wodurch Ihr Lebenslauf gelesen wird. „Optional“ bedeutet nicht für jeden Bewerber dasselbe; es hängt davon ab, in welcher der typischen Situationen Sie stecken.

Was „optional“ oft heißt

Entweder gewichtet der Arbeitgeber das Anschreiben wenig – oder das Portal lässt technisch jedes Feld weg, unabhängig vom Wunsch des Teams. Aus dem Formular allein erkennen Sie das nicht. Vorsichtige Annahme: Ein Mensch kann noch lesen, was Sie anhängen.

Umfragen zitieren oft, dass nur ein Teil der Recruiter Punkte abzieht, wenn ein optionales Anschreiben fehlt – Sie wissen vorher nicht, ob Ihre Bewerbung bei genau diesen landet.

Tabelle nach Situation

| Ihre Situation | Schreiben? | Warum | |---|---|---| | Empfehlung oder Kontakt im Unternehmen | Ja | Name in der ersten Zeile – höchster Hebel in einem Satz. | | Branchen- oder Funktionswechsel | Ja | Der Lebenslauf zeigt Vergangenes, nicht warum dieser Schritt jetzt passt. | | Viele ähnliche Bewerbungen diese Woche | Meist nein | Generisches Anschreiben in zwei Minuten fällt in zwei Sekunden auf. | | Beschäftigungslücke oder atypischer Werdegang | Ja | Sie rahmen die Geschichte, bevor jemand rät. | | Sehr umkämpfte oder „Reach“-Stelle | Ja | Unter vielen ähnlichen Profilen hebt sich ab, wer diesen Job begründet. | | Anzeige: „Kein Anschreiben“ | Nein | Anweisungen ignorieren wirkt schlechter als kein Anschreiben. |

Muster: schreiben, wenn der Lebenslauf etwas Wichtiges nicht sagen kann – Verbindung, Pivot, Lücke, echte Motivation für diese Stelle. Weglassen, wenn Sie nur „bitte Lebenslauf ansehen“ wiederholen würden.

Empfehlung: nennen, nicht den Lebenslauf wiederholen

Hat jemand intern zum Bewerben geraten, ist das der Kern des Anschreibens. Eine Eröffnung: „Frau Müller, mit der ich bei [Firma] zusammengearbeitet habe, hat mich auf diese Stelle hingewiesen und meinte, meine Erfahrung beim Skalieren von Onboarding-Flows passe zum Team.“ Danach zwei bis drei Sätze Beleg – kein Lebenslauf in Prosa.

Ohne Anschreiben setzen Sie darauf, dass der Kontakt Sie beim Hiring Manager namentlich erwähnt hat – in großen Firmen oft nur ein Eintrag im System.

Branchenwechsel: Punkte verbinden

Der Lebenslauf listet Tätigkeiten. Er erklärt nicht, warum eine Marketing-Koordinatorin mit sechs Jahren Consumer Brand sich auf UX Research bewirbt. Genau diese Lücke schließt das Anschreiben.

Zwei Ideen reichen: was den Wechsel konkret ausgelöst hat (nicht „schon immer Leidenschaft UX“ – z. B. Nutzerinterviews im alten Job, die Ihnen mehr Spaß machten als Kampagnen) und eine übertragbare Kompetenz mit Beispiel. Nicht entschuldigen. Wenn Sie noch nicht wissen, was übertragbar ist: erst das 3-Ebenen-Framework für Berufswechsel – dieselbe Ebene-1-Kompetenz, die im Kurzprofil steht, kann das Anschreiben eröffnen.

Schnellbewerbungen: Weglassen kann richtig sein

Fünfzehn ähnliche Stellen in einer Woche – pro Stelle ein frisches Anschreiben ist unrealistisch; Copy-Paste schadet mehr als kein Text. Energie in den Lebenslauf: Keywords aus der Anzeige, relevante Erfahrung oben.

Eine Stelle sticht heraus? Nur diese bekommt die fünfzehn Minuten für ein echtes Anschreiben.

Eine Frage, wenn Sie unsicher sind

Gibt es etwas Wahres über Ihre Situation, das der Lebenslauf allein nicht transportiert? Ja → schreiben, auch wenn optional. Nein → weglassen und den Lebenslauf schärfen. Beides ist eine Entscheidung, kein leeres Feld aus Erschöpfung.

Der Lebenslauf trägt das Schwergewicht. Steht unten noch „Referenzen auf Anfrage“? Diese Zeile kann mehr leisten. Simple CV hilft, den Lebenslauf schnell anzupassen, wenn eine Stelle die extra Viertelstunde wert ist.

Bereit, das umzusetzen?

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