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Lebenslauf erstellen

Karrieretipps

Foto im Lebenslauf? In Deutschland meist ja – im Ausland oft nein

12. Juli 2026 · 6 Min. Lesezeit

← Zurück zu allen Artikeln Ein italienischer Reisepass steht aufrecht vor weißem Hintergrund, goldene Prägung auf dem Cover.

Von Toronto nach Frankfurt: Lebenslauf ohne Foto, wie in Kanada üblich. Die deutsche Recruiterin fragt freundlich nach dem Bewerbungsfoto. Umgekehrt bringen Kandidatinnen aus Deutschland oder Frankreich ein Foto in US- oder UK-Bewerbungen mit – und scheitern am lokalen Standard. Es gibt keine universelle Antwort – aber eine klare, sobald Sie wissen, unter welchen Regeln Sie bewerben.

Für Bewerbungen in Deutschland ist der vorsichtige Default meist: professionelles Bewerbungsfoto – neutraler Hintergrund, Business-Kleidung, ruhiger Ausdruck. Der englische Ausgangsartikel betont den US-Markt (oft ohne Foto); hier gilt für den deutschen Leser oft das Gegenteil.

In einem Satz

USA, UK, Kanada, Australien: Foto auf dem Lebenslauf oft Risiko (Diskriminierung, ATS). Deutschland, Frankreich, Japan, Golfstaaten: Lebenslauf ohne Foto kann unvollständig wirken. Kein Lager hat „recht“ – andere Rechtstradition und Erwartung.

Ohne Foto: USA, UK, Kanada, Australien

In den USA nicht nur Etikette, sondern Risiko für Arbeitgeber (u. a. Titel VII, ADEA, ADA). Ein Foto liefert Alter, Geschlecht, vermeintliche Herkunft auf einen Blick. Viele HR-Stellen entfernen Fotos vor der Fachabteilung; einige ATS parsen eingebettete Bilder schlecht.

UK (Equality Act), Kanada, Australien: ähnliche Praxis – kein Foto im Lebenslauf; professionelles Bild auf LinkedIn/XING, wo der Recruiter aktiv hinschaut.

Ausnahme: Darstellende Berufe, Model, manche Front-of-House-Rollen, wo das Portrait zur Rolle gehört.

Mit Foto erwartet: Deutschland, Frankreich, Japan, Golf

In Deutschland gehört zum klassischen Lebenslauf oft ein aktuelles, professionelles Lichtbild in der Ecke (häufig oben rechts). Das AGG macht ein Foto rechtlich nicht verpflichtend; in der Praxis fehlt es manchen Lesern trotzdem wie ein unvollständiger Ordner – oder wie Unkenntnis lokaler Gepflogenheit. International agierende Tech-Firmen mit „no photo“-Policy existieren: Karriereseite und Anzeige lesen.

Kein Selfie, kein Hochzeits-Crop, kein starker Filter. Lieber kein Foto als ein schlechtes.

Frankreich: ähnlich, bei jungen internationalen Teams lockerer – im Zweifel für lokale Stellen oft Foto.

Japan: festes Rirekisho-Format mit Foto-Slot (ca. 3×4 cm, neutral, oft Studio).

Golfregion: Portrait oben rechts, oft mit Daten, die westliche Lebensläufe weglassen (Staatsangehörigkeit, Visum).

In mehreren Regionen bewerben

Zwei Versionen, nicht ein Kompromiss:

  • Ohne Foto — USA, UK, Kanada, Australien; Kopfzeile: Name, E-Mail, Telefon, Ort.
  • Mit Foto — Deutschland, Frankreich, Japan, Golf; professionelles Bewerbungsfoto an der erwarteten Stelle.

„Mittelweg“-Foto zu locker für Deutschland oder kein Foto für Japan wirkt wie fehlende Recherche.

Unklar, ob ein Dubai-Büro globale No-Photo-Policy hat? Anzeige und Karriereseite schlagen Raten. Nachfragen beim Recruiter signalisiert Sorgfalt.

Wie beim optionalen Anschreiben gilt: Norm des Zielmarkts prüfen, nicht Gewohnheit der letzten Suche. Zweite Version kostet Arbeit – ein Lebenslauf, der lokal passt (mit oder ohne Foto), wird so gelesen, wie Sie es meinen. Simple CV lässt Foto und Layout pro Markt anpassen, ohne jedes Mal manuell neu zu bauen.

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